Streetart und Graffiti stellen Heute ein gängiges Mittel zur Verbreitung linker Ideen dar. Tags, Bombings, Pieces, Plakate und Sticker tragen die eigenen Inhalte in den öffentlichen Raum. Durch die kreative Idee und Gestaltung wird versucht, die Aussage über verschiedene Wege zu übermitteln. Die lange Geschichte dieser scheinbar neuen Kulturen möchten wir an dieser Stelle grob umfassen. Die Texte im Anhang gehen näher auf die beschriebenen Punkte ein.

Seit vielen Jahrzehnten gab es immer wieder Versuche, die Kunst so zu entwickeln, dass sie von allen Schichten der Gesellschaft als solche wahrgenommen und verstanden werden konnte. Schon in der Weimarer Republik bildete die „Neue Sachlichkeit“ den Ausdruck politischer Kunst, welche das Ziel hatte, linke Ideen in die Öffentlichkeit zu tragen.

Nachdem dies mit dem deutschen Faschismus vernichtet wurde, entstand im konservativ geprägten Nachkriegsdeutschland mit dem Beginn der 68er Bewegung ein neuer Anlauf, die Menschen vor allem durch politische Plakatkunst zu erreichen. Unter dem Motto „Kreativität gegen Kapitalismus!“ wurden so tausende Plakate unter die Bevölkerung gebracht.

Mit der Enstehung der autonomen Bewegung in den 80ern, wurde diese Art der Plakatkunst um einige Elemente erweitert. So enstanden u.a. mit „Kunst und Kampf“ auch zahlreiche Ölgemälde. Hauptsächlich blieb es hier jedoch beim Plakat.

Parallel hierzu kam mit den späten 80ern die HipHop Kultur und damit auch Graffiti in der BRD an. Entstanden aus dem politischen Vakuum, welches die Zerschlagung der Black Panther Party seitens des amerikanischen Staats mit sich brachte, drückte die afroamerikanische Community ihren Widerstandsgeist in den vier Elementen des HipHop aus. Dieser Geist prägte neben der deutschen HipHop Szene auch die Autonome Bewegung. Mit dem Graffiti eignete sie sich ein praktisches Mittel zur Erstreitung des öffentlichen Raums an. Eine berühmte Ikone in diesen Kreisen war der kürzlich verstorbene Maler ERIC aus Hamburg. Rest in Peace!

Streetart ist damit als eine Art Weiterentwicklung von Plakatkunst und Graffiti zu betrachten, welche den Rahmen linker Intervention im öffentlichen Raum um Konzepte wie z.B. der Kommunikationsguerilla erweitert. Wie in allen vorhergegangenen Versuchen, wird auch hier ein Gegenpol zum etablierten Kunstbegriff definiert, in welcher Kunst das ist, welches sich als solche verkauft.

Angesichts dieser Zusammenhänge, stellt antifastreetart den Versuch dar, die neuen Formen linker Kunst zu dokumentieren. Nehmt diesen Blog also als Möglichkeit der Inspiration und nicht aus einer Konsumhaltung wahr.



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